14. Mai 2026

Bildnis eines Unsichtbaren - Hans Pleschinski

Bildnis eines Unsichtbaren von Hans Pleschinski ist ein einfühlsamer, autobiografisch geprägter Roman über Erinnerung, Verlust und die Liebe. Über mehrere Jahrzehnte – vom München der 1970er- und 1980er-Jahre bis nach der Jahrtausendwende, die einen wichtigen erzählerischen Einschnitt bildet, – begleitet Pleschinski das Leben zweier Männer in einer Zeit, in der AIDS zunehmend zur gesellschaftlichen Katastrophe wurde und Angst, Unsicherheit und Verlust ganze Lebensrealitäten bestimmten. Gleichzeitig erzählt der Roman von sexueller Selbstfindung, Begehren und der Suche nach Nähe und Identität.

Mit großer sprachlicher Eleganz zeichnet Pleschinski eine Beziehung, die oft zurückhaltend erscheint und gerade dadurch besonders intensiv wirkt. Man taucht tief in die Leben der Protagonisten ein, fühlt mit ihnen und kann ihren Schmerz und ihre Einsamkeit unmittelbar nachvollziehen. Kulturelle und gesellschaftliche Beobachtungen verweben sich dabei mit persönlichen Erinnerungen zu einem dichten Zeitbild des schwulen und künstlerischen Münchens, des lebendigen Paris und ländlichen niedersächsischen Heimat des Protagonisten. 

Besonders berührend ist, wie der Roman versucht, ein gemeinsames Leben und einen geliebten Menschen festzuhalten, bevor Erinnerungen verblassen. Bildnis eines Unsichtbaren ist eine stille, ehrliche und tief bewegende Liebesgeschichte – und zugleich ein Erinnerungsstück an ein Leben, eine Zeit und eine Generation.

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