18. Mai 2026
Hey Guten Mirgen, wie geht es dir? - Martina Hefter
Hey guten Morgen, wie geht es dir ist ein vielschichtiger Roman über Einsamkeit, Illusionen und den schmalen Grat zwischen Spiel und Ernst. Martina Hefter erzählt von Juno, einer älteren Performancekünstlerin, die zwischen Pflegearbeit, Kunstprojekten und nächtlichen Chats mit Love-Scammern pendelt.
Mit einem leichten, fast schwebenden Ton nähert sich der Roman ernsten Themen wie finanzieller Unsicherheit, Care-Arbeit, Krankheit und digitaler Intimität. Trotz der existenziellen Schwere gelingt es Hefter, komödiantische Elemente einzuflechten – ohne ins Alberne abzudriften.
Die Stärke des Buches liegt weniger in klassischer Handlung als in der atmosphärischen Dichte und der selbstreflexiven Ich-Erzählerin. Manche Szenen wirken dabei bewusst distanziert, andere fast poetisch. Die Grenze zwischen autobiografischer Fiktion und literarischer Inszenierung bleibt dabei bewusst verschwommen.
Ein ungewöhnlicher, kluger Roman über Lebenskunst, Nähe und das Bedürfnis nach Verbindung – trotz aller Zweifel.

